Abwicklung von offenen Immobilienfonds – nach SEB-Immoinvest nun auch der CS Euroreal betroffen

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Geldanlagen in offenen Immobilienfonds galten vor nicht allzu langer Zeit noch als krisensicheres Investment. So wurden sie auch verkauft. Viele Anleger erwarben Anteile an offenen Immobilienfonds mit der Erwartung, einen Notgroschen mit guter Verzinsung zu besitzen, welcher auch kurzzeitig verfügbar ist.

SEB Immoinvest und CS Euroreal betroffen
Nachdem bereits Anfang Mai  2012 für den offenen Immobilienfonds SEB-Immoinvest die Liquidation beschlossen wurde, hat auch der CS Euroreal nun die Liquidation eingeleitet.
Die beiden großen Fonds waren seit Beginn der Finanzkrise eingefroren worden. Beide beinhalteten Vermögensanlagen in Höhe von ca. 6 Milliarden Euro. Das Fondsmanagement hatten die Anleger darüber abstimmen lassen, wie es mit den Fonds weitergehen soll. Die überwiegende Mehrheit der Anleger hatte sich für eine Auszahlung entschieden und damit ein Weiterleben der Fonds unmöglich gemacht. Bis zum Jahr 2017 haben die Fonds nun Zeit, ihre Vermögenswerte zu veräußern und die Erlöse an ihre Anleger quotal auszukehren. Inwieweit den Anlegern dabei letztlich Schäden entstehen, bleibt abzuwarten.

Wie kamen die Fonds in die Krise?
Die Krise der Fonds ist aufgrund der Struktur dieser Fondsart entstanden. Das Geld der Anleger wurde an sich langfristig investiert in den Erwerb von Immobilien.  Damit ist das Geld zu überwiegendem Teil gebunden und gerade nicht kurzfristig verfügbar. Die Immobilien erzielen zwar Mieteinnahmen, mit denen der laufende Betrieb des Fonds gestaltet wird.
Problematisch wird es jedoch dann, wenn in kurzer Zeit sehr viele Anteile zurückgegeben werden und der Fonds dann Auszahlungen an diese Anleger leisten muss. Die liquiden Mittel sind dann schnell aufgebraucht, der Fonds nicht mehr zur Rücknahme von Anteilen in der Lage. Der Fonds muss dann, ggf. nur vorübergehend, geschlossen werden.
Neue Liquidität kann dann vor allem durch den Verkauf von Immobilien gewonnen werden. Allerdings lässt sich schwer vorhersagen, ob diese Verkäufe mit Gewinn abgeschlossen werden. Sofern aufgrund des Verkaufs der Immobilien und ggf. damit verbundenen Ablösung von Finanzierungsdarlehen Vorfälligkeitsentschädigungen zu zahlen sind, schmälert dieses den Erlös. Die Verkäufe von Immobilien können zudem auch lange Zeit dauern, sofern man möglichst einen hohen Verkaufswert der Immobilie erzielen will.

Sind Sie richtig beraten worden?
Bei dem Beratungsgespräch zum Erwerb der Anteile an offenen Immobilienfonds wurden diese, damals nur, theoretischen Risiken der Fonds nahezu in keinem Fall erwähnt. Vielmehr wurden offene Immo-Fonds  als sicher angepriesen, was ja auch lange Zeit richtig war.
Sofern es im Rahmen der Beratungsgespräche zu falschen Angaben darüber gekommen ist, könnten im Falle einer Falschberatung – neben den Fonds an sich – auch die Berater bzw. die Beratungsfirmen in Anspruch genommen werden. Ob sich ein derartiges Vorgehen lohnt, ist im Einzelfall zu prüfen.

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