Fehlerhafte Beratung bei Nichtaushändigung eines Emissionsprospektes

0

Grundsätzlich gilt , dass ein Prospektfehler für die Anlageentscheidung nach allgemeiner Lebenserfahrung ursächlich geworden ist. Ebenso verhält es sich  auch für die pflichtwidrig unterlassene Übergabe eines Prospekts. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die im Prospekt deutlich zum Ausdruck gekommenen Hinweise zur vertraglichen Gestaltung und zu den Risiken eines Totalverlustes bei Eintritt eines Kreditereignisses.

Die Klägerin wollte eine sichere Geldanlage. Das Risiko war zweitrangig. Sie erwarb sodann eine Anleihe, welche das Risiko des Totalverlustes beinhaltete. Dieses Risiko trat sodann eine.
Der Anlageberater verfügte selbst über keine eigenen Informationen zu dieser Anlage, griff auf einen Ausdruck aus dem Computersystem zu diesem Produkt zurück und legte der  Klägerin keine Prospekt über die Anlage vor.

Das Landgericht hat die Beklagte zum vollständigen Schadenersatz verurteilt. Es sei eine Sorgfaltspflichtverletzung des Beratungsvertrages, wenn der Berater kein Prospekt beschaffe, aus welchem die Klägerin wesentliche Informationen, insbesondere die Risikobelehrungen, hätte entnehmen können. Der Berater hätte insbesondere darauf hinweisen müssen, dass er keine eigenen Informationen zu dem Produkt habe.
LG Rottweil, Urt. V. 7.5.2009, (nicht rechtskräftig)

Haben Sie Fragen?


  • Dann nutzen Sie unser Anfrageformular für eine erste, kostenlose Anfrage zu Ihrer Rechtsangelegenheit.

  • Die Anfrage zu Ihrer Rechtsangelegenheit ist kostenfrei. Im Weiteren klären wir dann persönlich das weitere Vorgehen. Möglicherweise übernimmt eine vorhandene Rechtsschutzversicherung die Kosten des anwaltlichen Tätigwerdens.