Rapider Kursverfall bei Anleihen von German Pellets mit Sitz in Wismar – Welche rechtlichen Möglichkeiten haben Anleger?

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Die in Wismar ansässige Firma German Pellets GmbH ist weltweit führend bei der Herstellung von Holzpellets. Etwa die Hälfte der in Deutschland verbrauchten Pellets stammen aus der Produktion von German Pellets.Die Gesellschaft verfügt laut Geschäftsbericht über insgesamt 15 Standorte in Deutschland, Österreich sowie in den USA. Im Zeitraum 2011-2014 wurden insgesamt drei Anleihen über die Börse Stuttgart emittiert. Die Verbindlichkeiten aus Anleihen und Genussrechten dürften sich auf etwa 230 Millionen € belaufen.

Im Juli 2013 hat die German Pellets über die Börse Stuttgart zur Wertpapierkennnummer A1 TN API eine Anleihe mit Emissionsvolumen von 72 Millionen € und einer jährlich nachträglichen Verzinsung in Höhe von 7,25 % herausgegeben.

Zur Mittelverwendung hieß es seitens der German Pellets:

  • Ausbau der internationalen Strategie und einem Aufbau eines in der nationalen Lager und Logistiksystem zur Aufnahme von Pellets aus weltweiten Produktionen
  • weitere Entwicklung und Rationalisierung von Produktion und Standorten
  • Akquisition weitere Händler zur Stärkung des Endkundenzugangs
  • Working Capital

Für Aufstockungstranche (22 Mio € der 72 Mio €)

  • Finanzierung der US Aktivitäten

 

Es bleibt zu prüfen, inwieweit diese Mittelverwendung seitens der Geschäftsführung der German Pellets auch tatsächlich so vorgenommen wurde. Rechtsansprüche können sich gegen Handelnde der Gesellschaft dann ergeben, wenn die so beschriebene Mittelverwendung tatsächlich nicht erfolgt ist und eine zweckwidrige Verwendung der Gelder vorliegt.

Dies lässt sich derzeit noch nicht beurteilen.
Zu prüfen ist zudem, inwieweit der Emissionsprospekt über alle relevanten Punkte vollständig und richtig informiert hat. Haftungsansprüche könnten aus unrichtigen oder unvollständigen Angaben erwachsen. Diese richten sich bei Fehlerhaftigkeit gegen diejenigen Personen und Gesellschaften, welche für im Prospekt getätigte Angaben und deren Richtigkeit Gewähr übernommen haben, insbesondere Banken, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte, Steuerberater etc.

Allerdings sind die Voraussetzung für Prospekthaftungsklagen sehr hoch. Verlangt wird, dass die Entscheidung des Anlegers auf dem Fehler des Prospekts beruht. Dies hat der Anleger nachzuweisen.

Die Prüfung derartige Ansprüche geschieht aktuell vor dem Hintergrund, dass der Anleihewert seit einigen Wochen rapide gesunken ist. Insider vermuten, dass dies mit einer schlechten Ertragslage der Firma zusammenhängt, welche womöglich dazu führt, dass eine im März 2016 zur Rückzahlung anstehende, fällige Anleihe in Höhe von ca. 50 Million € womöglich nicht oder nicht vollständig zurückgezahlt werden kann. Es ist kein Geheimnis, dass  aufgrund der Verbilligung des Rohöls auch die Preise für Holzpellets um etwa 20 % gesunken sind.

Die Gesellschaft beabsichtigt daher, die Laufzeit der Anleihe um zwei Jahre zu verlängern und außerdem den Zinssatz für diesen Zeitraum um 2 % auf 5,25 % zu senken. Daneben würde die an sich unbesicherte Anleihe durch 50 % der Gesellschafteranteile an German Pellets besichert werden.
Dies Ganze soll auf einer in Kürze stattfindenden Gesellschafterversammlung der Öffentlichkeit präsentiert werden.

 

 

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Spiegelberg

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