Welche Schäden wirken sich wertmindernd auf das Leasingfahrzeug am Ende des Leasingvertrages aus?

0

Endet ein Leasingvertrag, hat der Leasingnehmer (derjenige, der das Fahrzeug geleast hat) oftmals entweder die Möglichkeit, das geleaste Fahrzeug zu kaufen oder zurückzugeben. Problematisch ist dabei häufig, welchen Wert das Fahrzeug in diesem Zeitpunkt noch hat.

Zu Beginn des Vertrages wird in der Regel ein bestimmter Wert für das Fahrzeug bei Vertragsende berechnet. Endet der Leasingvertrag, sind sich Leasinggeber und Leasingnehmer oft uneinig, welchen Wert das Fahrzeug tatsächlich hat. Meistens behauptet der Leasinggeber, der Wert liege unter dem vereinbarten Endwert, so dass der Leasingnehmer drauf zahlen muss.

Für diesen Streitfall kann ein Gutachten eingeholt werden. Bei Bewertung des Fahrzeugwertes wird Folgendes berücksichtigt:

Nicht wertmindernd:

–          normale Gebrauchsspuren, z.B. kleine Steinschlagspuren, kleine Schrammen/ Kratzer am Tankdeckel oder den Tür-/ Kofferraumgriffen

–          bei Nutzung des Fahrzeuges in dichtem Verkehr/ knappen Verkehrsraum: Kratzer am Dach/ an den Hauben, leichte Einbeulungen an den Türen/ Seitenteilen

–          Undichtigkeit des Ventildeckels

Solche Spuren sind bereits von den Leasingraten abgedeckt.

Es kann aber schwierig werden zu ermitteln, ob es sich bei Schäden um normale Gebrauchsschäden oder um Schäden in Folge übermäßigen oder fehlerhaften Gebrauchs handelt.

Keine typischen altersgerechten Schäden und daher wertmindernd z.B.:

–          Verschrammte Stoßstangen, eingedellte Karosserieteile, verformte Abschlussbleche, zersprungenes Rücklichtglas, zerrissene/ brandbeschädigte Sitzbezüge, fehlende Teile der Lüftung

–          – nicht beseitigte Veränderungen, z.B. Bohrlöcher, Beschriftungen

–          punktgroße, auf Steinschlag beruhende Ausplatzungen an der Windschutzscheibe, mechanische Einwirkung auf den Katalysator, Riss des Blinkleuchtenglases, sichtbare Deformation eines Teils der Felge

–          zweieurostückgroße Lackabplatzung an der Frontverkleidung, großflächige Beulen mit scharfkantigen Eindrücken

–          starke Schrammspuren am Stoßfänger/ an der Tür

Eine Rolle bei der Berücksichtigung von Schäden spielt auch, ob diese ins Auge fallen und ob sie die Funktion des Fahrzeuges beeinträchtigen.

Eine Veränderung am Fahrzeug, die hingegen dessen Wert erhöhen würde, hat jedoch keinen Einfluss auf die Wertminderung. Der Leasinggeber hat solche Verwendungen nicht zu ersetzen, der Leasingnehmer kann die Veränderungen aber vor Rückgabe des Wagens wieder entfernen und behalten.

Im Zweifel hat der Leasinggeber nachzuweisen, welche Mängel auf normalem Verschleiß und welche auf übermäßiger Abnutzung beruhen. Sollte sich tatsächlich ein niedriger Wert als der vereinbarte herausstellen, ist der Leasingnehmer grundsätzlich verpflichtet, diesen Minderwert an den Leasinggeber auszugleichen. Der Leasingnehmer darf aber nicht durch eine Klausel in den AGB mit den Reparaturkosten belastet werden.

Zur Rückabwicklung bzw. Rückgabe des Fahrzeuges und Ausgleichspflichten siehe hier.

 

Haben Sie Fragen?

Dann rufen Sie uns an, bzw. schicken Sie  uns eine Email, ggf. mit entspr. Unterlagen.

Die  Anfrage  zu Ihrer Rechtsangelegenheit ist kostenfrei. Im Weiteren klären wir dann persönlich das weitere Vorgehen. Möglicherweise übernimmt eine vorhandene Rechtsschutzversicherung die Kosten des anwaltlichen Tätigwerdens.

 

Telefon:         0381   /  440  777-0

Email:             info@ra-spiegelberg.de

 

 

Spiegelberg

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Rostock

Haben Sie Fragen?


  • Dann nutzen Sie unser Anfrageformular für eine erste, kostenlose Anfrage zu Ihrer Rechtsangelegenheit.

  • Die Anfrage zu Ihrer Rechtsangelegenheit ist kostenfrei. Im Weiteren klären wir dann persönlich das weitere Vorgehen. Möglicherweise übernimmt eine vorhandene Rechtsschutzversicherung die Kosten des anwaltlichen Tätigwerdens.