Nach wie vor sind die skandinavischen Länder als Vorreiter für die Digitalisierung des Geldverkehrs zu bezeichnen. So gehörte beispielsweise Schweden zu den ersten Ländern mit einer sehr hohen Verbreitung von Online-Banking und Kartenzahlungen. Die Bereitschaft der Bevölkerung für diese Art der Zahlung war zudem groß.
Zudem kommt, dass die Bereitstellung von Bargeld erhebliche Kosten für Transport, Lagerung, Sicherheitsmaßnahmen und die Befüllung der Geldautomaten erfordert. Dies ist in Flächenländern wie Norwegen und Schweden mit ihrer enormen geografischen Ausdehnung und dem gegenüberstehender relativ geringer Bevölkerung (5,5 bzw. 10 Mio. Einwohner) ebenfalls ein sehr erheblicher Faktor gewesen.
Nachweislich sind durch die Einführung digitaler Bezahlsysteme auch die Raubüberfälle auf Banken, Geschäfte und Geldtransporter erheblich zurückgegangen. Gerade in Dänemark hätte spätestens dies das Ende des legendären Egon Olsen eingeläutet….
Die Einführung der Bezahlapp Swish in 2012 in Schweden (mobile Pay 2013 in Dänemark und Vipps 2024 in Norwegen) steigerte dies nochmals, denn so konnten selbst kleinste Beträge sofort per Smartphone überwiesen werden.
Gesundheitliche Aspekte spielten dabei allerdings keine Rolle, denn, wie oft unzutreffend behauptet wird, ist das Bargeld weit weniger unhygienisch als andere Oberflächen wie Türklinken, Einkaufswagen, Smartphones und Tastaturen auf elektronischen Bezahlsystemen.
Auf Banknoten und Münzen lassen sich zwar schon viele Krankheitserreger nachweisen, aber diese sind zum Einen meist harmlos. Zudem bestehen heutige Banknoten aus Baumwollfasern, welche die Feuchtigkeit und somit auch Erreger weit schlechter speichern als manche Kunststoffe. In Münzen sind Metalle wie Kupfer oder zum Teil auch Silber enthalten, welche antimikrobielle Eigenschaften besitzen und somit Erreger auch abtöten können.
Eine Untersuchung der europäischen Zentralbank EZB während der Corona Pandemie bestätigte dies. Es wurde festgestellt, dass das Risiko einer Virusübertragung über Euro Bargeld sehr gering ist und das Bargeld nicht wesentlich zur Verbreitung von Covid 19 beiträgt und sicher verwendet werden kann.
Weshalb dennoch in vielen sogenannten Qualitäts-Medien immer wieder von „schmutzigem Bargeld ” die Rede ist, leuchtet vor diesem Hintergrund nicht ein.
In Skandinavien hat die nun wieder gewünschte teilweise Rückkehr zum Bargeld jedoch einen anderen Hintergrund. Durch die Abschaffung des Bargeldes entsteht eine massive Abhängigkeit von digitalen Systemen, welche im Falle von Cyberangriffen Stromausfällen oder technischen Störungen nicht genutzt werden können. Für diese Krisen muss es +nhach den Voerstellungen der schwedischen Reichsbank möglich sein, Bargeld zu halten und damit im Alltag bezahlen zu können.
In Dänemark dagegen ist es bis heute möglich, in nahezu allen Geschäften sowohl bargeldlos als auch mit Bargeld zu zahlen, auch wenn hier die Nutzung des größten Geldscheines, den 1000 Kronenscheines, aus dem Alltag verschwinden wird.
Im Norden Skandinaviens war eine Zahlung mit Bargeld trotz der erheblichen Digitalisierung immer schon noch parallel möglich. Denn durch gelegentliche Stromausfälle aufgrund von Wettererscheinungen wie starken Stürmen, Kälteeinbrüchen bis -40° oder starken Schneefällen waren die Menschen immer schon darauf angewiesen, auch mit Bargeld zu bezahlen zu können.
Somit werden zukünftig viele Geschäfte und Dienstleister zukünftig wieder Bargeld annehmen müssen. Nichtsdestotrotz wird in Skandinavien eine hohe Digitalisierung des Zahlungsverkehrs bestehen bleiben.