Von wegen sicher: elektronische Bezahlsysteme sind bequem aber auch anfällig für Betrug – Debit Mastercard und Oldenburgische Landesbank betroffen

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Von allen Seiten wird darauf gedrängt, dass Bargeld abzuschaffen. Als Begründung dafür werden immer wieder Steuerhinterziehung, Terrorismusfinanzierung und Unsicherheit durch Diebstahl angeführt.

Die elektronischen Bezahlsysteme mittels der angeblich so sicheren EC- oder Kreditkarte sollen diese Übel heilen. Dass diese Bezahlsysteme alles andere als sicher sind und weitaus höhere Risiken bergen, als Banken und Politiker gerne zugeben, wird an dem aktuellen Fall von 2000 Kunden der Oldenburgischen Landesbank deutlich.

Diese sind im Besitz von sogenannten Debit Master Karten, welche über die Oldenburgische Landesbank ausgegeben wurden. Auf der Seite von Mastercard heißt es zur Sicherheit dieser Karten:


Sicher bezahlen. Im Haftungsfall ganz ohne Risiko. Die Debit Mastercard ist mit modernen Sicherheitsfeatures ausgerüstet. D. h. für Sie: kein Risiko. Denn sollte jemand nachweislich in ihrem Namen bezahlt haben, bekommen Sie Ihr Geld einfach zurück.

In diesem Text bergen sich bereits sprachliche Spitzfindigkeitener. Wenn die Karte tatsächlich so sicher ist, dann wäre doch an sich die Nutzung durch einen nicht autorisierten Dritten bereits unmöglich. Die entsprechende Technik dafür wäre zwar vorhanden, aber für die Banken wohl zu teuer.

Die Sicherheit bietet in dem Fall nicht die Technik der Karte und der Software an sich, sondern allein, dass sie ihr Geld im Missbrauchsfall – eventuell – erstattet bekommen.

Hier liegt jedoch der Hase im Pfeffer. Diesen Ersatzanspruch haben Sie nur dann, wenn Sie nachweisen, dass jemand unautorisiert in ihrem Namen bezahlt hat.

Wie schwer die Durchsetzung derartiger rechtlicher Ansprüche ist, kann der Unterzeichner aus einer Vielzahl von Fällen selbst bestätigen. Die in den vor Gericht landenden Fällen dann beauftragten Sachverständigen haben von den Verschlüsselungssystemen der Karten und von den Möglichkeiten, missbräuchlich Verfügungen vorzunehmen, offenkundig keine Ahnung und erstellen Gutachten, nach welchen die Kartensysteme als sicher eingestuft werden. Der Kunde bleibt dann auf seinem Schaden sitzen.

Als offenkundiger Beleg für die Unsicherheit dieser Bezahlsysteme mag der aktuelle Vorfall von 2000 Kunden der Oldenburgischen Landesbank dienen. Von deren Konten waren Beträge von insgesamt 1,5 Millionen Euro durch Bezahlung im Internet, aber auch durch Abhebungen mittels Karte abgebucht worden.

Wie genau die Täter dabei vorgingen, ist nicht vollständig bekannt bzw. wird natürlich nicht mitgeteilt. Dies ist letztendlich auch irrelevant.

Aus diesem Grunde sollte sich keiner dem Irrglauben hingeben, eine Bezahlung via Karte, via Handy oder in sonstiger Art und Weise sei 100 % sicher. wie das Beispiel der 2000 Kunden zeigt, kann es ganz im Gegenteil zu massenhaften Schadensfällen führen und somit deutlich unsicherer sein als die Bargeldnutzung.
Die Nutzung der elektronischen Bezahlmedien führt allein dazu, dass Sie in erheblichem Maße wichtige Daten preisgeben, welche von den überwiegend großen amerikanischen Firmen wer weiß wofür genutzt werden. Auch die Politik findet es im Ergebnis gut, wenn sie das Treiben ihrer geliebten Bürger mit dem Zugriff auf diese Daten überwachen kann.

Kommt es tatsächlich mal konkret zu einem Schaden, werden sich die Banken wohl nicht immer so kulant zeigen, wie es die Oldenburger Landesbank getan hat, welche die Schäden der Kunden direkt regulierte. Gerade in Einzelfällen weigern sich die Banken fast ausschließlich, Ersatzzahlung vorzunehmen.

Ihnen wird der Beweis, dass Sie Ihre Zugangsdaten wie PIN und sonstige Kennwörter sicher aufbewahrt haben und keine anderen Personen mit diesen Daten der Zugang möglich war, erfahrungsgemäß nicht gelingen.

Auf dem Schaden bleiben im Ergebnis Sie sitzen.
Daher ist aus Sicht des Unterzeichners große Vorsicht geboten, insbesondere sollte man sich seine Bankauszüge regelmäßig ansehen.

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Spiegelberg
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Rostock

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