Probleme bei Windkraftfonds – GHF Windpark Bergholz KG in finanziellen Schwierigkeiten

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In Deutschland gibt es ca. 200 Windkraftfonds. Nur wenige davon laufen wirklich befriedigend.
Beispielhaft dafür steht der GHF Windpark Bergholz GmbH & Co. KG.
Dieser teilte seinen Anlegern mit Schreiben vom 14. Januar 2020 mit, dass eine erhebliche Gewerbesteuerforderung der Stadt Leer besteht (ca. 686.000 €) und alle rechtlichen Möglichkeiten ohne Ergebnis ausgeschöpft wurden. Nach aktuellem Stand verfügt die Windparkgesellschaft nur noch über eine Liquidität von 500 €.

Zur Vermeidung einer Insolvenz drängt die Gesellschaft durch Schreiben des Anwaltsbüros Klötzing darauf, dass Anleger einen Gesamtbetrag in Höhe von ca. 750.000 € wieder einzahlen sollen, um die Insolvenz zu verhindern.

Ieder Anleger solle daher ca. 12 % seiner ursprünglichen Einlage, welche teilweise an ihn wieder ausgeschüttet worden sei, zurückzahlen, um die Insolvenzantragstellung zu vermeiden.

Wir haben den von uns vertretenen Anlegern davon abgeraten, diese Rückzahlungen zu leisten. Nach unserer Einschätzung ist es bedenklich, wenn, auch ohne dass diese Steuernachforderungen beglichen wurden, eine Liquidität von gerade mal 500 € vorhanden ist. Denn die vergangenen Jahre waren ausgesprochen gute Windjahre, sodass es verwundert, dass der Fonds über so geringe Liquidität verfügt.

Denkbar wäre auch, dass der Insolvenzverwalter die Windgesellschaft weiterführt, dann aber häufig unnötige Kostenpositionen und Verpflichtungen beendet und die Gesellschaft möglicherweise wieder rentabel laufen wird und dann, evtl. sogar ohne Verluste für die Anleger, verkauft werden kann.

Es ist somit gut zu überlegen, ob man der Rückzahlung zustimmt und den Betrag an die GHF Windpark Bergholz bezahlt. Womöglich ist die Insolvenzantragstellung nur aufgeschoben, jedoch nicht aufgehoben, sofern sich in der Einnahmen – Ausgabensituation der Fondsgesellschaft nichts grundlegend verändert.

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Holger Spiegelberg Rechtsanwalt,
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Rostock

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